About us

Das Internet ist kein unpolitischer Raum, obwohl oft der Eindruck vermittelt wird. Hier spiegeln sich die Emotionen und Bewegungen des Reallife in virtueller Form und werden durch Anonymität und die bisher ungeregelten Rechtsgrundlagen noch verstärkt. Rechten Tendenzen wurde bisher nur
wenig Beachtung geschenkt. Es wird weggeschaut oder verharmlost. Die Anonymität, die wir durchaus schätzen, ermöglicht es Nazis aber besonders einfach ihr Gedankengut unter die Menschen zu bringen. Oft verpackt in kruden Verschwörungstheorien, antisemitischen Texten oder Videos auf
verschiedenen Plattformen. Hier werden nicht nur fremdenfeindliche Meinungen geäußert, es ist auch schon längst zum wichtigen Rekrutierungswerkzeug für nationalistische Bewegungen
geworden. Rechte versuchten schon immer Jugendliche über ihre Hobbys und nicht über ihre Einstellung zu gewinnen und das Online-Gaming ist zu einem festen Bestandteil der Jugendkultur geworden. Wer sich in dieser Gamingcommunity bewegt und etwas sensibilisiert ist, bemerkt schnell,
dass dieser meist als unpolitisch betrachtete Bereich gar nicht so unpolitisch ist. Das beginnt mit der Abwertung von Frauen*, zB über sexistische Inhalte und Stereotype, geht über die Verherrlichung von Krieg und Gewalt, besonders mit Bezug zum Nationalsozialismus und endet nicht selten mit rassistischen- und diskriminierenden Bemerkungen ingame. Natürlich versprechen Plattformen darauf zu achten, solche Inhalte zu entfernen und User zu löschen, die sich entsprechend verhalten, jedoch sind die Unternehmen zu  inkonsequent oder nicht gewillt tatsächlich zu handeln, manchmal auch nicht in der Lage aufgrund der Masse an Spieler:innen. Die Wirkung geht gegen Null.
Um dem entgegenzuwirken gründete sich 2006 eine antifaschistische Gaming Community mit dem Namen „ANTIFA.gaming“. Dabei wurde Freizeitbeschäftigung mit dem Politischen verbunden, um gemeinsam ein Zeichen gegen Nazis im Gamingbereich zu setzen und einen Raum für Zocker:innen ohne Diskriminierung, Rassismus, Antisemitismus und Sexismus zu schaffen. Der Kern dieses Projekts war und ist die Community, in der sich über Antifaschismus, andere politische Themen, die Gamingwelt,
Musik und vieles mehr ausgetauscht werden kann.

 

Geschichte

Ausschlaggebend für die Gründung war ein Vorfall, welcher sich in einer Gewalttat gegen einen alternativen Jugendlichen äußerte, der auch Mitglied in einem Onlinegamingclan war. Da die meisten Mitglieder dieses Clans einen antifaschistischen Bezug hatten, war man sich einig etwas unternehmen zu müssen. Da es im Bereich der Onlinespiele bereits öfters zu Problemen mit Nazis gekommen war und hier ein Vakuum bestand, beschloss man dieses mit einer antifaschistischen Alternative zu füllen. Die offizielle Gründung von ANTIFA.gaming war am 9. Oktober 2006. Schnell wurden Sponsoren, wie Antifa.net gefunden, welche das Projekt unterstützten und eine Website war
auch in wenigen Wochen fertig gestellt. Später stieg auch der  Gameserverprovider Verygames ein und stellte uns verschiedene Server zur Verfügung, die wir nutzten, um eigene Clanwars auszutragen und Nazis von den Servern zu bannen. Zahlreiche Squads in verschiedenen Spielen wurden gegründet um an eSport Ligen, wie der ESL, teilzunehmen.
Ein wichtiger Teil der Seite war das Diskussionsforum, in dem über antifaschistische- und aktuelle Themen, aber auch über Online Spiele und die Präsenz verschiedener Naziclans diskutiert wurde. Das Forum fand schnell Anklang in der Community und die Anzahl der Unterstützer:innen wuchs rasch weiter. Immer mehr Leute wollten unter der Flagge von ANTIFA.gaming spielen, ihren Mund aufmachen und auf den Gameservern ein Zeichen gegen rechtes Gedankengut setzen.

Viele Jahre bestand der Clan. Turniere, Radiosendungen, Wettbewerbe, Clantreffen und Aktionen fanden statt. Im Januar 2015 haben wir uns dann aus personellen- und zeitlichen Gründen dazu entschieden, die Seite (antifa-gaming.de) vorerst offline zu nehmen. Auch weil das Konzept der Seite
überarbeitet werden musste. Seither haben wir uns einige Male  zusammengesetzt und überlegt, wie wir die neue Seite am besten umsetzen können. Ein paar „alte“ Community-Mitglieder meldeten sich und boten uns ihre Hilfe an. Im November 2017 ging dann das erste Mal unsere neue Homepage online. Da die Community kleiner geworden ist und viele „damalige“ nicht mehr aktiv spielen, versank das Projekt ein bisschen in der Bedeutungslosigkeit.

 

ANTIFA.gaming – Aktuell

Seit November 2019 bastelt ein derzeit noch recht kleines Team an einer neuen Homepage und einem neuen Konzept, in der Hoffnung, dass wir in der nächsten Zeit wieder eine sympathische- und diskussionsfreudige Community aufbauen können. Zukünftig wollen wir den Fokus nicht mehr nur auf den Gaming Bereich legen, sondern auch einen Veranstaltungskalender, in Zusammenarbeit mit dem seit vielen Jahren bestehenden „Demoplaner“, betreiben und den Newsbereich vergrößern.


Ziele

Neben Freizeitbeschäftigung und Spaß soll ANTIFA.gaming natürlich auch einen funktionellen Charakter haben. Wir wollen den Zugang legen, Jugendliche für Politik zu interessieren und sich dort zu engagieren. Zudem möchten wir eine Austauschplattform für antifaschistische Themen sein und
versuchen im Netz zu zeigen, dass es genug Gamer:innen gibt, die  faschistisches-, rassistisches- und antihumanes Gedankengut ablehnen und aktiv etwas dagegen unternehmen.


Wie kannst du mitmachen?

Melde dich einfach auf www.antifa-gaming.net an und werde Teil der Community! Dort kannst du dich auch für die einzelnen Teams der verschiedenen Spiele bewerben, oder einfach nur im Forum aktiv sein und Meinungen und Informationen austauschen. Du kannst uns auch gern via Facebook schreiben oder unserer Steam-Gruppe beitreten! Oder schau auf unserem Discord-Server vorbei!


Grundsatz

Wir wissen, dass es beim Zocken manchmal auch heiß her gehen kann und dementsprechend wird es auch mal lauter oder es fällt auch mal eine Beleidigung. Solang das im Rahmen bleibt ist alles ok.
Dennoch wollen wir generell einen respektvollen Umgang miteinander und legen Wert auf Gleichberechtigung und Toleranz. Rassistische Beleidigungen und sexistische Sprüche gehen bei uns gar nicht und werden auch nicht geduldet.